Aus dem Leben einer Pflegemama

 

Ein Bericht von Heidi Böhm (Pflegestelle Herztier e.V.)

 

 

 

Nachdem ich heute um 8.00 Uhr früh von Bill aus dem Bett gebellt worden bin, habe ich den Versuch unternommen, mich unten auf der Couch noch ein wenig hinzulegen...


Aus dem Leben einer Pflegemama:

Die Zeitrechnung beginnt. Die Menschen leben auf der Erde, sind Jäger und Sammler. Bauen sich ein Dach über den Kopf und leben friedlich mit den Tieren dieser Erde zusammen. Bauen in ihre Hütte ein Wohnzimmer ein und in dieses stellen sie eine wunderschöne, weiche, kuschelige Couch. Sie lädt zum sitzen, liegen und schlafen ein.

Zweibeinern war diese Couch vorbehalten, auf immer und ewig. Ein friedliches Zusammenleben und geklärte Verhältnisse waren die Folge. Unsere beiden großen Hundis hatten dieses Verbot verstanden und folgten ihm sogar.

Doch dann kam..... ein Pflegehund, er wagte es sich auf die Couch zu hüpfen.

Die heißgeliebte Couch wurde von einem Hund bevölkert!

Och, so klein und sooo süß. Wie kann man da nein sagen. Na gut, du darfst. Du nimmst nicht viel Platz weg, wärmst sogar noch meinen Bauch und meine Füße.

Da war die Welt noch in Ordnung.

Wenn man dagegen einen Windhund als Gast in seinen heiligen Hallen empfängt, sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Dann noch zwei kleine Wollknäuele dazunimmt und der eigene Hund meint, wenn die dürfen, darf ich ja wohl auch. Spätestens dann, wird es entschieden zu eng.

Der Kampf um die Couch entbrennt.
Wenn man klug ist, sucht man als Zweibeiner ganz schnell das Weite und setzt sich in Ruhe auf den Sessel. Der ist auch bequem und schlafen kann man, wenn man sich ganz klein zusammenrollt, auch darauf.

Wenn man dagegen meint, man sei der Herr/Frau im Haus und stellt sich dem Kampf, hat man eigentlich schon verloren. Irgendwann liegt man auf dem Boden vor der Couch und alle Hunde lachen einen von oben herab an.

Egal wie man sich hinlegt, in jeder Kuhle liegt ein Hund. Man bekommt keine Luft mehr, da etwas großes schweres auf dem Brustkorb Platz genommen hat und irre lange Stelzen einem ins Gesicht hängen. Die eigenen Beine schlafen dann schon mal ein. Ist ja sehr schön, aber wenn die vor einem einschlafen, bevor man selbst die Äuglein geschlossen hat, ist der Grund die Abschnürung der Blutzufuhr durch mindestens 30 Kilo Lebendgewicht!

Oh, da sind dann noch die beiden kleinen süßen Wollknäuele, die dann vehement sich in jedes Loch quetschen wollen, wo sie meinen reinzupassen. Dies wird aber von den Großen nicht ohne Kampf hingenommen, lautstark und wenn es sein muss, mit körperlicher Gewalt, ausgefochten.

Spätestens jetzt liegt man schon so klein zusammengerollt auf der Couch, geschützt nur von einer dünnen Decke, den Kopf unter den Armen und betend, dass dir keiner aus Versehen in den Hintern beißt, dass man getrost in dieser Stellung auf den Sessel wechseln kann und versucht dort noch ein wenig auszuruhen.

Falls diese Flucht dann auch nichts mehr bringt, weil alle denken, dass ist nun ein neues Spiel und wir versuchen nun, die ganze Sache auf den Sessel zu verlagern, dann sollte man in die Küche gehen, sich einen Kaffee kochen, sich auf einen der Stühle niederlassen und überlegen, wann eigentlich der Zeitpunkt war, dass aus einer heißgeliebten Couch ein Hundebett wurde...

Liebe Grüße,
Heidi