Berichte und Geschichten


Lilli erzählt ihre Geschichte
geschrieben von ihrem Frauchen Beate

Huhu, ich bin´s, die Lilli.
Ich weiß gar nicht, wo ich mit dem Erzählen anfangen soll.
Geboren wurde ich wohl am 10.4.2004 in der Türkei. Irgendwo dort........Meine Mama hat man an einen Baum gehängt und wir Babies (ich hab, glaube ich, noch 2 Geschwister) sprangen fiepend rum. Irgendwann wurden wir eingefangen. Ob wir sofort ins Tierheim gebracht wurden, weiß ich leider nicht mehr. Jedenfalls... irgendwann waren wir dort. Nun begann die Suche nach einem zu Hause, möglichst in Deutschland. Irgendwann im September durfte ich ausreisen, meine Geschwister waren wohl schon vor mir in Deutschland.

Ich kam in eine Pflegefamilie nach Wuppertal, wo vier Kinder und ein Hund waren. Aber da ich super ängstlich war, wollte meine Pflegemama, dass ich doch lieber bei der "Chefin" wohnen sollte, weil ich auf Grund meiner Ängstlichkeit "schwer vermittelbar" sei.
Gesagt ----- getan. Aber oh Gott, mir gings dort gar nicht gut, denn es gab dort einige Hunde (auch große) und die Jungs waren schwer hinter mir her, als ich läufig war. Also musste ich wieder zurück nach Wuppertal. Irgendwann dachten die Menschen dort, ich sei trächtig..........
Aber Gottseidank war ich es nicht, ich hab nur so getan, als ob;-)

Kurz nach Weihnachten rief jemand an, der sich für mich interessierte. Es wurde oft telefoniert und im Januar, nachdem ganz sicher war, dass ich keine Babies kriege, kamen 4 Menschen um mich zu besuchen. Ich fühlte mich ganz schrecklich und hab den ganzen Mittag nur rumgezittert. Aber diese 4 haben sich überhaupt nicht davon beeindrucken lassen. Die wollten mich tatsächlich haben und holten mich auch ein paar Tage später in Wuppertal ab.
Es schreckte sie auch nicht ab, dass ich sehr unter Demodexmilben (Demodikose) litt und über längere Zeit Medikamente nehmen musste.

Nun, in Duisburg angekommen, hab ich zwar gesehen, dort steht ein Körbchen mit Decke und Futter und Wasser und offensichtlich alles für mich alleine, aber ich bin vor lauter Angst fast auf dem Bauch zentimeterweise gerutscht. Aber kein Wunder, wer garantierte mir denn, dass es nun für immer war oder auch wieder nur ein kurzes Gastspiel??
Meine neue Familie hat sich sehr bemüht, dass merkte ich schon, aber ich war einfach nur gestresst. Meine Fellprobleme wurden trotz Medikamente immer schlimmer und der TA sah nicht wirklich viel Hoffnung für mich. Allerdings haben meine lieben Zweibeiner nie die Hoffnung aufgegeben. Viele Tränen flossen besonders bei Frauchen und ich habe ihre Traurigkeit immer gespürt, aber ich spürte irgendwann auch, hier kann ich bleiben, hier hat man mich dolle lieb!!

Und............... ich beschloss, gesund zu werden. Mein Fell wurde langsam superschön und glänzend und ich begann, Vertrauen zu haben, mit allem (naja, nicht allem aber vielem) was mit mir geschah.
Mittlerweile bin ich 9 Monate hier und ich fühle mich wohl wie nie, wackle mit sämtlichen Körperteilen wenn jemand "von uns" nach Hause kommt und ob ihr es glaubt oder nicht, ich kann Sitz, Platz, Bleib und sogar Pfötchen geb. Aber das Tollste, ich hab begriffen, was man mit einem Tennisball machen kann und ich weiß, dieses kleine runde Etwas tut mir nix. Das macht vielleicht Spaß, auch wenn Frauchen sagt, der Garten sieht stellenweise wie ein Kartoffelacker aus.

Ich wünsche mir nun noch, dass alle meine Kollegen aus dem Tierschutz ein gutes Zuhause bekommen, wir armen Socken haben es verdient.
Frauchen tuschelt gerade, dass die Zweibeiner viel Geduld haben sollen, wir brauchen eine Weile um aufzutauen, aber WENN -------- DANN

So, ich wollte mich eigentlich kurz fassen, aber es geht nicht immer.
Bis bald vielleicht mal
Eure Lilli, früher Lassi

 

 

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