Berti - ein Beispiel für viele Hunde auf Mallorca

 

Wieder mal ein arbeitsreicher Tag für Tierschützerin Heidi auf Mallorca. Während sie ihrem täglichen Ablauf nachgeht und die Hunde versorgt, alles reinigt und sich um die neuen Welpen kümmert, die sie vor wenigen Tagen gebracht bekam, schellt das Telefon. Aufgeregte Urlauber am anderen Ende der Leitung berichten, sie hätten einen streunenden Hund gesichtet, der immer wieder auf ein Grundstück läuft und von dort verjagt wird. Heidi lässt sich den Ort beschreiben und zögert nicht, steigt sofort in ihr Auto und fährt los.

Am beschriebenen Treffpunkt ist jedoch erst einmal kein Hund zu sehen, dafür berichten ihr die Urlauber, dass sie sich bereits bei anderen Tierschützern gemeldet hätten. Diese jedoch gaben Heidis Kontaktdaten weiter, als sie vom Zustand des Hundes erfuhren. Heidi bekommt eine Gänsehaut und fragt sich einmal mehr, welche Menschen sich teilweise als Tierschützer bezeichnen…                                    

Dann sehen sie den Hund. Es ist ein mittelgroßer, vielleicht 45 cm hoher, brauner Rüde. Heidi ruft den Hund und versucht ihn zu locken. Typisch für die meisten oft verjagten Hunde geht dieser erst einmal auf Abstand. Nun gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder, der Hund entschließt sich in den nächsten Sekunden, auf die Menschen zuzugehen oder er läuft weg und ein Versuch, ihn einzufangen, ist sinnlos. Ersteres passiert und Heidi durchlebt einen Glücksmoment. Dieser Hund kann gerettet werden, er hat das Vertrauen in die Menschen noch nicht ganz verloren… 

Der kleine Rüde bekommt den Namen „Berti“ und Heidi versteht beim ersten Anblick, warum er überall verjagt wurde. Abgesehen von seinem völlig abgemagerten Zustand hat Berti einen offenen Hals von einem eingewachsenen Strick. Offenbar konnte er sich noch rechtzeitig daraus befreien oder sein Vorbesitzer hat ihn einfach ausgesetzt und vorher den Strick entfernt. Sein ganzer Körper ist übersäht von dicken Zecken, die aus den Ohren wie Trauben herunter hängen - ein erschreckender Anblick.

 

Heidi nimmt das arme Wesen auf den Arm, knuddelt und knutscht Berti vor Glück, wieder einen armen Hund vor dem Hungertod gerettet zu haben. Auf ihrer Finca wird Berti gebadet und vorsichtig in stundenlanger Arbeit alle Zecken herausgenommen. Heidis Hände sind blutig, ebenso wie die von ihrem Lebensgefährten Thomas, der ihr hilft. Das Blut der Zecken läuft an ihnen herunter, die weißen Fliesen auf der Terrasse sind von Tropfen übersäht, aber irgendwann ist es geschafft und auch die letzte Zecke ist aus Bertis kleinem Körper entfernt. 

Berti erholt sich bei Heidi im Rudel, nimmt schnell zu und wird ein hübscher, freundlicher Rüde, der bald auch eine eigene Familie in Deutschland findet. Heute lebt Berti mit einer kleinen Spanierin zusammen, beide Hunde sind unzertrennlich. Berti wird nie wieder die Qualen eines verjagten Straßenhundes durchleben müssen und darf für immer die Liebe seiner Familie spüren.

 

Berti Zuhause:

 

 

 

 


 

 

 

 

zurück zur Übersicht "Schattenseiten"